Wie Sie Mentoring-Programme erfolgreich einsetzen

Anika Wegner
von ANIKA WEGNER
Zwei unterschiedlich alte Geschäftsfrauen sind in einem Mentoring-Gespräch vertieft.

01. September 2022

In diesem Blogpost erfahren Sie, was Mentoring bedeutet, wie ein Mentoring-Programm funktioniert und welche Vorteile es Ihrem Unternehmen bringt. Beachten Sie auch die Voraussetzungen und Herausforderungen für ein erfolgreiches Einsetzen von Mentoring-Programmen.

Mentoring wird im Personalwesen gerne eingesetzt, um die persönliche Entwicklung von Mitarbeitenden langfristig zu fördern. Dabei kommt ein Wissens- und Erfahrungsaustausch von älteren und jüngeren Mitarbeitenden zustande.

Mentoring-Programme können auf unterschiedliche Art und Weise gestaltet werden – für die eigenen Mitarbeitenden, aber auch für Talente, die sich noch in der Ausbildung befinden.

preview download ebook Lernkultur in Unternehmen verstehen und entwickeln

Starten Sie mit einer nachhaltigen Lernkultur!

In unserem kostenlosen Playbook „Lernkultur im Unternehmen verstehen und entwickeln“ erhalten Sie hilfreiche Tipps.



Was ist Mentoring?

Mentoring ist ein Instrument der Personalentwicklung, das den Anforderungen der Unternehmen und ihrer Mitarbeitenden optimal entspricht. Es ermöglicht den Wissenstransfer zwischen den Generationen und trägt zu einem nachhaltigen Employer Branding bei.


Definition: Was ist ein:e Mentor:in?

Dem Philosophen Immanuel Kant wird der Ausspruch zugeschrieben, dass Unreife darin besteht, die eigene Intelligenz ohne die Führung anderer anzuwenden. Dieser Satz erfasst die Kernfunktion des Mentorings: Mentor:innen sind Personen, die in der Lage ist, einem anderen – dem Mentee – ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu vermitteln.

Auf informeller Basis findet Mentoring im beruflichen Kontext in allen Unternehmen statt. Erfahrene Mitarbeitende geben ihr Wissen an andere weiter. Ebenso lassen sich Mentoring-Programme durch die Personalabteilung und das Management des Unternehmens zielgerichtet ausgestalten.

Allerdings lässt sich Mentoring nicht auf klassisches Lernen oder Coachings reduzieren, denn es besitzt als Instrument der Personalentwicklung einen deutlich weiteren Rahmen: Gute Mentor:innenen agieren auch als „Role Model“. Durch ihren Einfluss stärken sie die Persönlichkeit, das Selbstbewusstsein und die Werte der Mentees. Folglich spielen dabei die sogenannten Soft Skills eine zentrale Rolle.


Was ist Reverse Mentoring?

Beim Reverse Mentoring geben jüngere Mitarbeitende ihr Wissen an ältere weiter. Bei dieser Art geht es um die Kompetenz der Mentor:innen und nicht um die jeweilige Berufserfahrung. Reverse Mentoring wird beispielsweise gerne im Marketing eingesetzt, wo jüngere Mitarbeitende sich wahrscheinlich besser mit Social Media auskennen und daher einen frischen Blick auf diese Themen liefern können.


Was ist Cross Mentoring?

Beim Cross Mentoring kommen Mentor:in und Mentee nicht aus der gleichen Organisation oder dem gleichen Unternehmen. Diese Art wird beispielsweise gerne zur Karriereentwicklung von potentiellen Führungskräften eingesetzt. Hierbei erhalten die Mentees Einblicke in die Abläufe anderer Unternehmen in anderen Branchen und deren Unternehmenskulturen sowie wertvolles Know-how, das möglicherweise im eigenen Unternehmen nicht vorhanden ist.


Coaching vs. Mentoring: Was ist der Unterschied?

Bei einem Coaching geht es um die konkrete Verbesserung bestimmter Fähigkeiten oder Aufgaben. Ein Coaching ist daher nur für einen kurzfristigen Zeitraum angelegt und stark leistungsorientiert.

Dagegen geht es beim Mentoring um den Aufbau von Geschäftsbeziehungen und dem Erfahrungsaustausch zwischen Mitarbeitenden. Mentoring trägt daher vor allem zur langfristigen Personalentwicklung bei.


Warum Sie ein Mentoring-Programm in Ihrem Unternehmen einführen sollten

So gut wie alle Unternehmen müssen wir heute tragfähige Lösungen für die Herausforderungen der digitalen Transformation und des demografischen Wandels finden. Interne Mentoring-Programme können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

In vielen Firmen sind heute insgesamt vier Mitarbeitergenerationen tätig. Der größte Teil der Babyboomer wird in den kommenden Jahren den Ruhestand erreichen. Die Generationen X und Y befinden sich in den aktivsten Phasen ihrer beruflichen Entwicklung. Die ersten Vertreter der Generation Z sind inzwischen ebenfalls im Arbeitsleben angekommen. Diese vier Generationen weisen unterschiedliche Erfahrungen, Werte, Erwartungen an den Arbeitgeber und – insbesondere im Hinblick auf Digitalprozesse – unterschiedliches Wissen auf.

Mentoring ist ein optimales Instrument zur positiven Integration aller Arbeitnehmergenerationen in ein Unternehmen. Seine Wirkung entfaltet es in mehreren Dimensionen:

  • Durch Mentoring machen Unternehmen ihre Mitarbeitenden für Digitalprozesse fit.
  • Gleichzeitig sichern sie das Wissen der älteren Generationen und transferieren es in einen neuen generationalen Kontext.
  • Mentoring fördert die Motivation und die Bindung der Mitarbeitenden an den Arbeitgeber.
  • Ebenso trägt es nach außen zu einem attraktiven Unternehmensimage und folglich zu einem nachhaltigen Employer Branding bei.
  • In die Beziehungen zu Mentor:innen bringen auch junge Mitarbeitende der Generationen Y und Z ihre Erfahrungen und Wünsche ein. Unternehmen können hierdurch lernen, was ihnen dabei hilft, junge High Potentials anzuziehen und langfristig zu binden.
     
Zwei lächelnde Geschäftspersonen reichen sich die Hand.



Wie funktioniert ein Mentoring-Programm? 

Im Einzelnen können Mentorings in den Unternehmen sehr unterschiedlich ausgestaltet werden. Viele große Unternehmen haben Mentoring-Programme aufgelegt, die nach dem Rotationsprinzip funktionieren. Young Professionals und Trainees lernen in einem festgelegten Zeitraum unterschiedliche Abteilungen kennen und werden dabei individuell betreut. Als Mentor:innen treten vor allem erfahrene Führungskräfte auf. Einige Unternehmen öffnen ihre Mentoring-Programme auch für Studierende, um Talente zu finden und sie für eine Mitarbeit zu interessieren.


Beispiel: Mentoring-Programm bei Babbel

Dass Mentoring nicht nur in Großkonzernen funktioniert, zeigen Beispiele wie Babbel. Das unternehmensinterne Mentoring-Programm wendet sich an neue Entwickler und Entwicklerinnen. Sechs Monate lang wurden acht sogenannte „Neos“ begleitet. Sie alle hatten unterschiedliche Erfahrungen und Nationalitäten, die für Babbel in Sachen Diversität eine große Bereicherung darstellen.

Da Mentoring aber vor allem eine Arbeitsbeziehung ist, war es wichtig, dass sich beide Seiten erstmal kennen lernten. Die Mentor:innen zeigten den Neos das Unternehmen, stellten Kontakte her und beantworteten alle Fragen der neuen Mitarbeitenden. Das war die Grundlage für das Lernen auf Augenhöhe und auch für den Erfolg des Trainee-Programms.

Am Ende wurden alle der acht Teilnehmenden von Babbel übernommen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann ein Mentoring-Programm eine große Bereicherung für das Unternehmen sein.

Grafik: Ineinander greifende Zahnräder als Symbol der Bausteine eines Mentoring-Programms.


Welche Vorteile bietet Mentoring?

Mit Mentoring als Personalentwicklungsinstrument sind für alle Beteiligten – das Unternehmen insgesamt sowie für Mentees und Mentor:innen – zahlreiche Vorteile verbunden.

Mit einem Mentoring-Programm profitieren Unternehmen von:
  • kosteneffizientem Wissenstransfer zwischen den Generationen.
  • der Möglichkeit, Talente gezielt anzusprechen und individuell zu fördern.
  • Produktivitätszuwächsen durch Synergieeffekte zwischen Mentor:innen und Mentees.
  • der Entwicklung einer offenen Unternehmenskultur, die durch Wertschätzung aller Mitarbeitenden geprägt ist.
  • der Steigerung ihrer Attraktivität als Arbeitgebende.

Diese Entwicklungen machen Mentees mit Mentoring:
  • Sie lernen durch ihre Mentor:innen Fähigkeiten, Erfahrungen und Wissensbereiche kennen, die sie für die Entwicklung ihrer eigenen beruflichen Rollen nutzen können.
  • Sie werden durch das Mentoring und die damit verbundene Feedback-Kultur in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt.
  • Sie haben die Möglichkeit, ihr eigenes Wissen, ihre Erfahrungen, ihre Werte und auch ihre Karrierewünsche in die Mentoring-Beziehung einzubringen.
  • Sie haben die Möglichkeit, wichtige Management-Skills zu erwerben. Unter anderem werden durch das Mentoring ihre Kommunikationsfähigkeit und ihre Empathie gestärkt.
  • Sie erhalten durch die Zusammenarbeit mit ihren Mentor:innen ebenfalls Denkanstöße und Feedback.
  • Sie bauen zu ihren Mentor:innen über zeitliche Begrenzungen des Mentorings hinaus oft dauerhafte Beziehungen auf, die beiden Seiten – also auch den Mentor:innen – bei der Entwicklung ihrer beruflichen Profile helfen.

📢  Schon gehört?
In Episode 5 unseres Podcasts erfahren Sie von der Organisationspsychologin Vanessa Grebenstein, warum die persönliche Weiterentwicklung so wichtig ist. Jetzt reinhören:



Voraussetzungen und Herausforderungen für Mentoring

In der Beziehung zu ihren Mentees übernehmen Mentor:innen verschiedene Rollen: Sie sind Vorbilder, Ratgeber und Coaches – ebenso haben sie die Aufgabe, junge Mitarbeitende durch konstruktive Kritik zu fördern.

Durch Mentoring lernen beide Seiten, sich auf flexible Anforderungen des Arbeitslebens einzustellen. Um sein Potenzial in vollem Umfang auszuschöpfen, sind jedoch einige Voraussetzungen zu beachten. Bei ihrer Umsetzung können die Personalabteilungen wichtige Unterstützung leisten:

  • Chemie:
    Die Chemie zwischen Mentor:innen und Mentees muss stimmen. Sie müssen die Möglichkeit haben, sich gegenseitig kennenzulernen – mit dem Wissen, dass sie am Anfang einer längerfristigen Beziehung stehen.
  • Erwartung:
    Beiden Seiten – und auch den Vorgesetzten – muss bewusst sein, dass es dabei nicht primär um den Ausbau der fachlichen Fähigkeiten, sondern um die Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeitenden geht. Mentoring gibt jungen High Potentials die Möglichkeit, ihre berufliche Rolle ganzheitlich zu definieren und entsprechende Persönlichkeitseigenschaften zu entwickeln.
  • Ziele:
    Für das Mentoring-Programm sind konkrete und realistische Ziele nötig, die bereits in der Vorbereitungsphase zur Sprache kommen müssen. Bei ihrer Definition können Mentor:innen und Mentees unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Mentoring kann beispielsweise einen Beitrag zur Lösung aktueller Probleme am Arbeitsplatz, zu besseren Beziehungen zu Vorgesetzten und Kolleg:innen, zur Nutzung neuer Technologien und zum Erreichen individueller Ziele leisten.
  • Evaluierung:
    Das Mentoring sollte – zusammen mit Führungskräften und HR – mit der Evaluierung des Erfolges abgeschlossen werden. Sie dient der Optimierung zukünftiger Mentoring-Partnerschaften. Ebenso ist die Evaluierung ein guter Anlass, um mit den Mentees deren nächste Entwicklungsschritte zu besprechen.


Fazit: Warum Unternehmen Mentoring-Programme einsetzen sollten

Mit Mentoring schaffen Unternehmen eine Arbeitsumgebung, die verschiedene Generationen integriert, insbesondere den Wünschen und Anforderungen der Generationen Y und Z weit entgegenkommt und dazu beiträgt, Talente anzuziehen und zu binden. Gleichzeitig schöpfen sie damit die Potenziale der etablierten Arbeitnehmergenerationen aus. Sie stärken damit eine offene Unternehmenskultur und ihre Attraktivität als Arbeitgebende.

preview download ebook Lernkultur in Unternehmen verstehen und entwickeln

Starten Sie mit einer nachhaltigen Lernkultur!

In unserem kostenlosen Playbook „Lernkultur im Unternehmen verstehen und entwickeln“ erhalten Sie hilfreiche Tipps.



Anika Wegner, B2B Blog Editor

 

Sprache als Zugang zu anderen Kulturen ist ein Thema, das Anika sehr am Herzen liegt. Deshalb schreibt sie bei Babbel über Themen, wie Unternehmen von Sprachlernlösungen profitieren können.

Passwort vergessen
Konto anlegen

Kein Problem, das kann jedem passieren. Geben Sie ganz einfach hier Ihre E-Mail-Adresse ein. Wir senden Ihnen dann im nächsten Schritt einen Link zu, mit dem Sie Ihr Passwort zurücksetzen können.


Möchten Sie eine persönliche Produktdemonstration?

Machen Sie hier einen Termin für eine Demo mit unserem Beratungsteam.

Vielen Dank für Ihr Interesse!

Füllen Sie das Formular aus und wir kontaktieren Sie in Kürze für Ihre Produktdemo!

Indem Sie auf „DEMO ANFORDERN“ klicken, willigen Sie ein, dass Sie von Babbel kontaktiert werden möchten.