Weibliche Führungskräfte bei Babbel: Interview mit Julie Hansen

Lea Naschberger
von LEA NASCHBERGER
Weibliche Führungskräfte bei Babbel: Interview mit Julie Hansen

Wie jedes Jahr feiern Menschen auf der ganzen Welt am 8. März den Internationalen Frauentag. Deshalb haben wir die Gelegenheit genutzt, unsere weiblichen Führungskräfte intern zu feiern. Wir haben Julie Hansen, CEO US und CRO bei Babbel, gebeten, ihre Erfahrungen, Vorbilder und Ratschläge für zukünftige weibliche Führungskräfte mit uns zu teilen. Viel Spaß beim Interview und einen schönen Internationalen Frauentag!


Hallo Julie, vielen Dank, dass du heute Zeit für uns hast.
Viele Frauen streben bereits in jungen Jahren danach, eine führende Position einzunehmen. Andere denken gar nicht an diese Option, da sie keine vergleichbaren Vorbilder haben, zu denen sie aufschauen können. Wie war das für dich und wer waren deine weiblichen Vorbilder?

Leigh Butler Brown und Sally Kowalchick waren meine ersten beiden Chefinnen und sie waren großartig. Ich habe so viel von ihnen gelernt. Leigh brachte mir Fähigkeiten wie Verhandlungsgeschick, Prozess und Disziplin bei. Sally hat mir beigebracht, sich die höchsten Qualitätsmaßstäbe zu setzen und diese auch stets einzuhalten. Das hat mich in meiner gesamten Karriere geprägt. Ich habe es damals nicht verstanden, aber in den späten 80ern hatte ich großes Glück, so früh in meiner Karriere zwei großartige weibliche Vorgesetzte zu haben.

In Bezug auf Vorbilder, die ich bewundere, ohne sie persönlich zu kennen, habe ich großen Respekt vor dem, was Sheryl Sandberg für Facebook getan hat. Es ist ein multinationaler Großkonzern dank ihrer Führungsweise. Ich glaube, ehrlich gesagt, dass sie wahrscheinlich einen noch größeren Einfluss auf die Strategie hatte, als wir es wissen. Und mir ist klar, dass Facebook nicht ohne Kontroversen auskommt; aber man kann nicht bestreiten, dass sie einen unglaublichen Höhenflug hatten und wahrscheinlich noch viel mehr Wachstum vor sich haben. Vieles davon ist Sheryl zu verdanken. Ein weiteres Beispiel ist näher bei euch daheim: Ich finde Angela Merkel ziemlich erstaunlich.
    Viele Frauen werden aufgrund ihres Geschlechts am Arbeitsplatz ausgeschlossen oder diskriminiert. Welchen Rat würden Sie berufsorientierten Frauen geben, um diese Form der Diskriminierung zu überwinden?

    Zunächst denke ich, dass man die Situation analysieren muss. Ist dies ein kleines Problem, das man selbst lösen kann? Oder ist es ein großes Problem, bei dem ein akuter und ernster Handlungsbedarf besteht?

    Zum Beispiel für ein “kleines Problem”: Wir haben in meiner Business School damals Fleece-Sweatshirts in Herrengrößen erhalten. Mein Sweatshirt war nicht sehr schmeichelhaft für mich, es war viel zu weit. Ich halte dies für eine "na und"-Situation. Meiner Ansicht nach, sollte man sich nicht zu lange mit kleinen Dingen aufhalten. Bleib stark, damit mehr Frauen folgen und bald wird es Sweatshirts in mehr Größen geben. Und, weißt du, selbst spitze Bemerkungen, sollte man genauso behandeln. Sie sollten auf jeden Fall angesprochen und im Idealfall gelöst werden, aber am besten verschwendet man keine unnötige Energie damit.

    Und dann gibt es natürlich große, tiefgreifende Diskriminierung. Bekommst du weniger Gehalt als deine männlichen Kollegen? Erhältst du schlechtere Aufgaben aufgrund deines Geschlechts? Wirst du belästigt oder beleidigt? All dies erfordert sofortiges Handeln. Wenn ja, erfordert dies Maßnahmen - konfrontiere die Aggressoren und melde sie bei der Personalabteilung. Im schlimmsten Fall suche dir sich ein anderes Unternehmen, in dem Frauen geschätzt werden.

    Das ist mein Vorschlag. Verschwende keine unnötige Energie an die kleinen Sachen. Spricht es an, aber verwende nicht all deine Energie dafür. Bei größeren Problemen: Zögere nicht. Damit musst du dich befassen und dir Hilfe holen. Und zwar sofort.
      Es war ein ziemlich erfolgreiches Jahr für dich: Deine Teams, wie zum Beispiel das B2B-Team, gehören zu den leistungsstärksten im Unternehmen. Babbel hatte eines der erfolgreichsten Jahre in der Unternehmensgeschichte und kürzlich wurde bekannt gegeben, dass Sie nicht nur CEO US, sondern auch der neue CRO bei Babbel sind. Was können wir als nächstes erwarten?

      Wir haben so viel Umsatzwachstum vor uns! Ich freue mich wirklich sehr über diese neue Rolle und möchte alles in meiner Macht stehende tun, um das Umsatzwachstum für Babbel zu beschleunigen. Es ist erstaunlich, den Leuten zu sagen: Wir sind eigentlich noch ein junges Unternehmen, wir sind erst 14 Jahre alt. Die Menschen sind schockiert, das zu hören, dass unser Unternehmen in dieser kurzen Zeit so viel Bedeutung erlangt hat. Aber wir haben noch viel Wachstum vor uns und neue Produkte, die wir auf den Markt bringen. Zum Beispiel, der Start von Babbel Live ist wirklich aufregend für mich und eine große Chance.

      In gewisser Weise hat Covid die Digitalisierung beschleunigt, denn jetzt scheint es für uns völlig normal, über ein Zoomfenster zu interagieren. Vor einem Jahr hätten weniger Menschen einen virtuellen Sprachkurs gebucht. Und ich glaube und ich habe in meiner Karriere festgestellt, dass sich im Grunde genommen mehr Chancen ergeben, wenn man den Umsatz erhöht. Und genau darauf konzentriere ich mich jetzt.
        Bei Babbel dreht sich natürlich alles um das Sprachenlernen. Welche Sprachen sprichst du und siehst du Sprachen als wichtige Führungsqualität an?

        Ich spreche wirklich gut Englisch! Nein im Ernst, mein Hauptfach an der Uni war Englisch und ich liebe die Nuancen dieser chaotischen, robusten Sprache. Darüber hinaus spreche ich rostiges Französisch und verstehe etwas Deutsch, wenn man sehr langsam spricht.

        Ich denke, dass es eine wichtige Führungskompetenz ist, gut kommunizieren zu können. Es ist eines der wichtigsten Dinge, die unsere Führungskräfte beherrschen müssen. Und ich werde als Führungskraft immer daran erinnert, dass man erst dann effektiv kommuniziert und die Message auch wirklich ankommt, wenn man es satt hat zu sagen. Führungskräfte müssen sich also wirklich anstrengen, um konsistent zu sein und ihre Nachrichten kristallklar zu formulieren.
          Vielen Dank für diese Einblicke und den schönen Internationalen Frauentag!

          Lea Naschberger, Content Project Manager

          Lea ist Expertin für HR-Themen, wie Mitarbeiterbenefits oder Corporate Learning. Sie ist davon überzeugt, dass mehrsprachige Teams der Schlüssel zum Erfolg sind.

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