6 Tipps für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Anika Wegner
von ANIKA WEGNER
Vater sitzt am Computer, hält Baby im Arm und küsst es auf den Kopf.

15. Dezember 2022

Bereiten Sie sich gerade auf Ihre Rückkehr zur Arbeit nach der Elternzeit vor? In diesem Blogpost zeigen wir Ihnen sechs Schritte, mit denen Ihr beruflicher Wiedereinstieg möglichst stressfrei verläuft.

Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit kann schwierig sein. Sie stellt uns vor einige praktische und logistische Herausforderungen – ganz zu schweigen von der Achterbahn der Gefühle, die Sie wahrscheinlich durchleben werden. Möglicherweise sind Sie aufgeregt, nervös, traurig und fühlen sich schuldig. Vielleicht hegen Sie auch große Selbstzweifel.

Wie auch immer Sie sich bei Ihrer bevorstehenden Rückkehr zur Arbeit fühlen, Sie sind nicht allein. Auf die Frage nach ihren größten Ängsten vor dem beruflichen Wiedereinstieg gaben 25 Prozent der befragten berufstätigen Mütter an, dass sie sich Sorgen machen, nicht auf dem neuesten Stand der für ihre Arbeit erforderlichen Fähigkeiten zu sein. 21 Prozent befürchteten, dass sie nicht in der Lage sein würden, Beruf und Privatleben erfolgreich miteinander zu vereinen, während 15 Prozent Angst hatten, dass sie bei der Arbeit als weniger kompetent angesehen werden würden als zuvor.  

Wenn Sie sich gerade auf Ihre Rückkehr zur Arbeit nach der Elternzeit vorbereiten, können Sie einige konkrete Schritte unternehmen, um den Wiedereinstieg zu erleichtern:

  1. Treffen Sie sich vor Ihrer Rückkehr mit Ihren Vorgesetzten (oder einem vertrauten Teammitglied)
  2. Handeln Sie einen flexiblen Zeitplan aus
  3. Sorgen Sie für die notwendigen logistischen Voraussetzungen
  4. Informieren Sie sich über Ihre Rechte und Benefits
  5. Knüpfen Sie Kontakt zu anderen berufstätigen Eltern
  6. Konzentrieren Sie sich auf das Hier und Jetzt

Schauen wir uns nun an, wie Sie die einzelnen Schritte umsetzen können, um ihre Rückkehr zum Arbeitsplatz nach der Elternzeit erfolgreich und möglichst stressfrei zu bewältigen


1. Sprechen Sie vor Ihrer Rückkehr mit Ihren Vorgesetzten

Nach einer längeren Abwesenheit von der Arbeit ist die Angst vor dem Unbekannten oft groß. Wenn möglich, vereinbaren Sie vor Ihrer offiziellen Rückkehr ein Treffen mit Ihren Vorgesetzten – oder einem vertrauenswürdigen Teammitglied. Versuchen Sie, sich möglichst außerhalb des Büros zu treffen, zum Beispiel auf einen Kaffee in einem lokalen Café oder online per Video-Chat. So ist die Situation entspannt und informell, und Sie können trotzdem erfahren, was in Ihrer Abwesenheit alles passiert ist. 

Nutzen Sie die Gelegenheit, um Ihre Sorgen mitzuteilen, auf die Sie hoffentlich ein paar beruhigende Antworten erhalten. Ein vertrautes Gesicht zu sehen und inoffiziell über die Arbeit zu sprechen, wird Ihnen sicher helfen, alles etwas entspannter zu sehen. Und wenn Sie dann offiziell zurückkehren, haben Sie nicht das Gefühl, völlig im Dunkeln zu tappen. 


2. Handeln Sie einen flexiblen Zeitplan aus

Hoffentlich hat Ihr Unternehmen bereits flexible Arbeitsregelungen eingeführt. Schließlich handelt es sich dabei um eine der beliebtesten Mitarbeiter-Benefits. Wenn Sie nicht wissen, ob das der Fall ist, sollten Sie sich jetzt darüber informieren. 

Laut einer Studie von WorldatWork und FlexJobs bieten 80 Prozent der befragten Unternehmen flexible Arbeitsregelungen an – aber nur 37 Prozent verfügen über eine entsprechende formelle, schriftliche Richtlinie. 67 Prozent der Vorgesetzten ermöglichen ihren Mitarbeitenden Flexibilität nach eigenem Ermessen. 

Wenn Sie sich gerade auf Ihren Wiedereinstieg nach der Elternzeit vorbereiten, fällt es Ihnen viel leichter, Ihre Zeit zu managen und all Ihre Aufgaben unter einen Hut zu bringen, wenn Sie flexibel entscheiden können, wo, wann und wie Sie arbeiten. Vielleicht können Sie ein paar Tage in der Woche von zu Hause aus arbeiten und so weniger Zeit fürs Pendeln aufbringen. Oder vielleicht müssen Sie, je nach Ihrer Kinderbetreuungssituation, an bestimmten Tagen früher gehen und die Zeit an anderer Stelle nachholen. 

Besprechen Sie Ihre Möglichkeiten mit Ihren Vorgesetzten und versuchen Sie, einen flexiblen Zeitplan auszuhandeln, der für beide Seiten passt. Wie die oben erwähnten Statistiken zeigen, sind die meisten Unternehmen heutzutage offen für ein gewisses Maß an Flexibilität – man muss nur darum bitten. 

Glückliche Geschäftsfrau sitzt am Computer und hält ihr Baby hoch.



3. Sorgen Sie für die notwendigen logistischen Voraussetzungen 

Für viele bedeutet die Rückkehr aus der Elternzeit, dass sie sich um eine Kinderbetreuung kümmern müssen. Das Thema Kinderbetreuung allein kann schon sehr belastend sein, ganz zu schweigen von der Nervosität am ersten Tag der Rückkehr. 

Wenn möglich, sollten Sie die Belastung staffeln. Sie könnten mit der Kinderbetreuung zum Beispiel einige Wochen vor Ihrer Rückkehr zur Arbeit beginnen, damit Sie Zeit haben, sich auf diese erste große Veränderung einzustellen und Lösungen für etwaige Probleme zu finden. 

Wenn dann der Tag kommt, an dem Sie wieder zur Arbeit müssen, können Sie sich (mehr) auf sich selbst konzentrieren, ohne sich (zu sehr) darum zu sorgen, wie sich Ihr Kleines einlebt. 

💡 Tipp von Babbel
Eine gesunde Work-Life-Balance ist nach der Elternzeit besonders wichtig. Erfahren Sie in diesem Leitfaden, mit welchen Maßnahmen Unternehmen für eine gesunde Work-Life-Balance sorgen können.



4. Informieren Sie sich über Ihre Rechte und Benefits

Als berufstätiger Elternteil ist es wichtig, dass Sie Ihre Rechte kennen und wissen, welche zusätzlichen Benefits Ihr Unternehmen anbieten kann

Vor Ihrer Rückkehr aus der Elternzeit sollten Sie sich also gut informieren und sich die Zeit nehmen, um zu verstehen, wie Ihr Unternehmen Sie aus rechtlicher Sicht unterstützen kann. Für stillende Mütter gibt es in Deutschland beispielsweise Bestimmungen im Mutterschutzgesetz und der der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz, die Unternehmen dazu verpflichtet, angemessene Pausenzeiten zum Abpumpen der Muttermilch zu gewähren und einen geeigneten Ort dafür zur Verfügung zu stellen. Die Gesetze können von Bundesland zu Bundesland (und von Land zu Land) variieren, informieren Sie sich also gut.

Gleichzeitig bietet Ihr Unternehmen möglicherweise Benefits für Eltern an, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Wenn diese nicht allgemein bekannt sind, sollten Sie sich bei Ihrer Personalabteilung erkundigen, was genau angeboten wird und wie Sie diese Benefits am besten nutzen können. 

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5. Knüpfen Sie Kontakte zu anderen berufstätigen Eltern

Bei allen emotionalen und logistischen Herausforderungen, die der Wiedereinstieg nach der Elternzeit mit sich bringt, kann es unglaublich hilfreich sein, sich mit anderen auszutauschen, die das Gleiche durchgemacht haben – oder gerade durchmachen.

Vielleicht sind einige Ihrer Kolleg:innen selbst erst vor kurzem aus ihrer Elternzeit zurückgekehrt, oder vielleicht haben Sie Freund:innen in einer ähnlichen Situation. Vielleicht finden Sie sogar eine lokale oder Online-Community von berufstätigen Müttern und Vätern. Scheuen Sie sich nicht, sie anzusprechen. Denn so haben nicht nur Sie die Gewissheit, dass Sie nicht allein sind – die anderen Eltern, die sich auf ihre Rückkehr zum Arbeitsplatz vorbereiten, wissen Ihre Unterstützung mit Sicherheit ebenfalls zu schätzen. 

Lächelnde Frau sitzt am Computer und hält das Gesicht ihres Kindes in den Händen.



6. Konzentrieren Sie sich auf das Hier und Jetzt 

Und zu guter Letzt: Setzen Sie Ihre Zeit und Energie sinnvoll ein. Versuchen Sie, sich nicht an all den Dingen aufzuhängen, die Sie meinen, aufholen zu müssen, und verschwenden Sie keine Zeit damit, alles aufzuarbeiten, was Sie verpasst haben. Der Tag hat einfach nicht genug Stunden – Sie werden sich am Ende nur überarbeitet und überfordert fühlen, bevor Sie überhaupt angefangen haben. 

Konzentrieren Sie sich stattdessen auf das Hier und Jetzt:
  • Informieren Sie sich darüber, was zu tun ist,
  • besprechen Sie die Prioritäten für die kommenden Wochen und Monate, und
  • stellen Sie sicher, dass Sie alle nötigen Tools und Informationen haben, die Sie brauchen, um loszulegen.


Lassen Sie alles los, was für Ihre aktuellen und anstehenden Aufgaben nicht relevant ist.

Man kann nicht überall gleichzeitig sein, und man kann die verpasste Zeit nicht zurückholen. Aber Sie können sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Sie werden merken, dass das eine viel produktivere und dankbarere Herangehensweise ist.

Denken Sie beim Lesen dieser Tipps und bei der Vorbereitung auf Ihren Wiedereinstieg nach der Elternzeit daran, dass jeder Mensch anders ist. Wie lange es dauert, bis Sie sich wieder eingewöhnt haben, spielt keine Rolle. Allerdings werden Sie dabei sicher eine ganze Reihe von Gefühlen durchlaufen. Seien Sie nicht zu hart zu sich selbst und lassen Sie es ruhig angehen.



Anika Wegner, B2B Blog Editor

 

Sprache als Zugang zu anderen Kulturen ist ein Thema, das Anika sehr am Herzen liegt. Deshalb schreibt sie bei Babbel über Themen, wie Unternehmen von Sprachlernlösungen profitieren können.

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