Durch die Krise führen: Wie Teams durch gute Kommunikation verbunden bleiben

von JOACHIM HAUPT
Durch die Krise führen: Wie Teams durch gute Kommunikation verbunden bleiben - Babbel für Unternehmen

Haben Sie in den letzten Wochen mehr oder weniger mit Ihrem Team kommuniziert als üblich? Die meisten werden diese Frage wohl ohne zu zögern mit mehr beantworten. Das ist angesichts der vielfältigen Herausforderungen eines bisher ungekannten Ausnahmezustands nicht verwunderlich. Viele mussten sich aus dem Homeoffice heraus binnen kürzester Zeit mit neuen Tools vertraut machen und digitale Formen der Zusammenarbeit etablieren. Hinzu kommt die krisenbedingte Unsicherheit, über die man mit dem Team kommunizieren muss, um sie aushalten zu können.

Zuletzt hat die Krise weitgehend bestimmt, wie und worüber wir mit unseren Teams kommunizieren. In den kommenden Wochen sollte es wieder verstärkt darum gehen, die Kommunikation mit den Mitarbeitenden selbstbestimmt zu gestalten. Dabei geht es nicht um mehr, sondern um gute Kommunikation. Denn je länger der Ausnahmezustand anhält, desto entscheidender ist es, dass das Virus nicht auch die Unternehmenskultur „infiziert“. 

Gerade jetzt sind Führungskräfte gefragt, nicht nur den Betrieb aufrechtzuerhalten und durch die Krise zu managen, sondern für den Zusammenhalt ihrer Teams zu sorgen. Wo soziale und körperliche Distanz den beruflichen Alltag bestimmt, ist kommunikative Nähe umso wichtiger. Denn eines ist klar: Trotz aller technischen Möglichkeiten, miteinander in Verbindung zu treten, bleiben wir noch lange nicht miteinander verbunden. Damit das auch ohne persönlichen Kontakt und gemeinsame Orte gelingt, können die folgenden Tipps helfen.

Transparenz ist alles

Seien Sie in Ihrer Kommunikation so transparent wie möglich, gerade auch dann, wenn Sie schlechte Nachrichten überbringen müssen. Denn durch undurchsichtige Kommunikation verstärken Sie die ohnehin schon große Unsicherheit nur noch weiter. Zwingen Sie sich gerade jetzt zu einer möglichst realistischen Einschätzung der Situation, statt falschen Optimismus zu verbreiten.

In der aktuellen Lage zeigt sich deutlich, dass eine Führungskraft nicht auf alle Herausforderungen eine Antwort haben kann. Heroische Führungskräfte, die gern den Eindruck vermitteln, alles zu überblicken, haben daher schlechte Karten. Nutzen Sie die Gelegenheit und fragen Sie Ihre Mitarbeitenden nach ihren Ideen. Denken Sie hierarchieübergreifend über Lösungen nach und versuchen Sie, Unsicherheiten gemeinsam anzugehen.

Kommunikation in Krisenzeiten

Schaffen Sie Routinen für die Krisenreflexion

Da eine Rückkehr zur Normalität nicht so schnell zu erwarten ist, sollten Sie die fortlaufenden Entwicklungen gemeinsam mit Ihrem Team im Blick behalten. Am besten etablieren Sie feste Zeiträume, in denen Sie zusammen über die Krise reflektieren. Das ist nicht nur sinnvoll, um das Tagesgeschäft von Corona-Kommunikation zu entlasten, sondern kann auch zur Teamentwicklung genutzt werden.

Denn gerade in Krisensituationen treten die Fähigkeiten einzelner Teammitglieder, aber auch die Stärken des gesamten Teams besonders deutlich hervor. Nutzen Sie dies, um sich gemeinsam auf Ihre Qualitäten zu besinnen. Schauen Sie mit Ihrem Team auf die letzten Wochen zurück. Laden Sie Ihre Mitarbeitenden ein, Situationen zu schildern, in denen das Team souverän mit der außergewöhnlichen Lage umgegangen ist. Halten Sie fest, welche Stärken hier sichtbar wurden, um den Teamgedanken zu fördern.  

Vermeiden Sie unnötige Kommunikation

Für viele bleibt der Aufenthalt im Dauer-Homeoffice auch nach der überstandenen Anfangsphase anstrengend. Denn zum normalen Tagesgeschäft gesellen sich nicht selten zusätzliche Aufgaben – von den zahlreichen Videokonferenzen, gelangweilten Kindern und den Sorgen um Angehörige ganz zu schweigen. Angesichts dieser Herausforderungen gilt es, Ihre Mitarbeitenden auch einmal in Ruhe zu lassen – insbesondere, weil sie nur dann fokussiert arbeiten können. 

Klar: Über brummende Slack-Channels und übervolle Postfächer wurde auch schon vor Corona geklagt. Doch gerade jetzt, wo ohnehin mehr Kommunikation erforderlich ist, wiegt jede unnötige E-Mail besonders schwer. Beobachten Sie daher genau, welche Kommunikation wirklich wichtig ist und welche nur zum Grundrauschen beiträgt. Für Mikromanager mag das schwer zu ertragen sein, aber versuchen Sie gar nicht erst, jeden Schritt Ihrer Teammitglieder zu überschauen. Vertrauen Sie darauf, dass Ihre Mitarbeitenden eigenständig zum Ziel kommen, und unterstützen Sie vor allem dann, wenn Sie gefragt werden.

Geben Sie Sorgen den nötigen Raum

Kommunikation bedeutet nicht nur zu reden, sondern auch zuzuhören. Was selbstverständlich sein sollte, muss in Krisenzeiten noch einmal besonders betont werden. Denn  Führungskräfte werden nun verstärkt zu Adressaten der Sorgen und Befürchtungen ihrer Mitarbeitenden. Damit umzugehen ist keinesfalls einfach, vor allem weil auch Führungskräfte nicht vor Ängsten gefeit sind.    

Fest steht, dass krisenbedingte Ängste und Unsicherheiten äußerst komplex sind. Selbst wenn sie noch so irrational scheinen, lassen sie sich nur schwer durch vernünftige Argumente entkräften. Umso mehr sollten sich die Mitglieder eines Teams jetzt regelmäßig daran erinnern, empathisch und sensibel zu kommunizieren – gerade wenn die stummen Signale von Gestik und Mimik sowie andere Feinheiten persönlicher Kommunikation technisch nicht vollständig abgebildet werden können.

Kommunikation im Homeoffice

Beachten Sie die Besonderheiten bei internationaler Zusammenarbeit

Hier bei Babbel weiß man, dass die Details von Kommunikation gerade dann von großer Bedeutung sind, wenn innerhalb eines Teams verschiedene Sprachen gesprochen werden oder Kontakt mit internationalen Kunden besteht. In der aktuellen Lage kommt es einerseits auf pragmatische Verständigung an. Um effizient zu kommunizieren und Missverständnisse zu vermeiden, sind gute Kommunikationsfähigkeiten erforderlich. Bei internationaler Zusammenarbeit gehören dazu auch fundierte Fremdsprachenkenntnisse, die man im Homeoffice sinnvoll ausbauen kann. 

Andererseits tritt für internationale Teams gerade jetzt die soziale Bedeutung von Sprache in den Vordergrund. Gemeinsame Sprache schafft Verbundenheit! Schon einfache Grundkenntnisse der im Team vertretenen Fremdsprachen und die Stärkung interkultureller Sensibilität können für ein internationales Team während der Krise einen Unterschied machen. In beidem kann Babbel Sie unterstützen. 

Gemeinsam in die Zukunft blicken

Mit guter Kommunikation können Sie als Führungskraft dafür sorgen, dass die Mitglieder Ihres Teams auch in Krisenzeiten, trotz Dauer-Homeoffice und sozialer Distanz, miteinander verbunden bleiben. Indem Sie transparent kommunizieren, angemessen über die Erfahrungen der Krise reflektieren, unnötige Kommunikation vermeiden und Sorgen offenbegegnen, tragen Sie dazu bei, dass Ihre Mitarbeitenden hoffentlich bald wieder optimistisch in die Zukunft blicken können. 

Trotz dem nötigen Krisenmanagement sollten Sie diesen Blick in die Zukunft nicht vergessen. Nehmen Sie sich Zeit, um mit Ihrem Team Visionen für die Zeit nach der Krise zu entwickeln. Am besten fangen Sie gleich an: Haben Sie Ihr Team schon gefragt, wie Sie die überstandene Krise irgendwann einmal zusammen feiern möchten?

 

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Joachim HauptKommunikationsforscher

Als Berater, Dozent und Forscher widmet sich Joachim aktuellen Herausforderungen der strategischen Organisationskommunikation. Besonders interessiert ihn, wie Menschen und Organisationen voneinander lernen können – und die besondere Rolle, die Kommunikation dabei spielt.

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