Blended Learning in Zeiten von Corona

Foto von Sandro Köpke, Digital Learning Spezialist und Autor bei Babbel für Unternehmen
von SANDRO KÖPKE
Blended Learning in Zeiten von Corona

Covid-19 hat das Leben und auch die Arbeit vieler Menschen innerhalb weniger Wochen grundlegend verändert. Homeoffice ist für viele Mitarbeitende inzwischen Standard, was auch noch für längere Zeit so bleiben könnte. Im Gesundheitswesen und weiteren systemrelevanten Arbeitsfeldern sorgen engagierte Teams dafür, dass der Alltag trotz der Krise weiterlaufen kann. Auch für die Personalentwicklung in Unternehmen sind mit Corona neue Herausforderungen verbunden. Klassische Seminare und Präsenzunterricht für alle sind derzeit und in absehbarer Zukunft nicht möglich. Die Verantwortlichen in den Firmen sind daher gut beraten, mit digitalem Blended Learning moderne Weiterbildungsansätze in Betracht zu ziehen. 

 

Was ist Blended Learning?

Blended Learning bezeichnet Lernformen, die klassischen Präsenzunterricht und Workshops mit eigenständigem digitalem Lernen kombinieren. Ziel ist es hierbei, Lernszenarien zu entwickeln, in denen sich analoge und digitale Komponenten in optimaler Form ergänzen. Wenn solche Lernkonzepte gut gestaltet werden, können die Lernenden ihre individuellen Ziele auf effiziente Art und Weise zu erreichen. 

In seiner klassischen Form verbindet Blended Learning das analoge Lernen in der Gruppe mit selbstgesteuertem digitalem Lernen. Der Anteil von Präsenzphasen und Online-Learning unterscheidet sich zwischen den verschiedenen Blended-Learning-Angeboten. Oft werden die Online-Kurse durch eine Präsenzveranstaltung eingeleitet, die dem gegenseitigen Kennenlernen und der Gruppenbildung sowie der Klärung organisatorischer und technischer Fragen dient. Weitere Präsenztermine ermöglichen die Vertiefung und zum Teil auch die praktische Anwendung des Gelernten in der Gruppe. 

Jedoch ist es auch möglich, Blended Learning in einem ausschließlich digitalen Rahmen zu gestalten. Auf individuelle Kommunikation mit Lehrkräften sowie den aktiven Austausch untereinander müssen die Lernenden dabei trotzdem nicht verzichten. Webinare, Online-Vorlesungen oder digitale Workshops dienen der Wissensvermittlung und Gruppenarbeit. Für den Austausch mit Lehrkräften oder die Zusammenarbeit in kleinen Gruppen können spezielle Chat-Rooms eingerichtet werden. Weitere Lerninhalte werden durch verschiedene digitale Medien vermittelt, die den Lernenden für ihr Selbststudium und für die Vorbereitung von Gruppenaktivitäten zur Verfügung stehen. 

 blended learning mit Babbel für Unternehmen während Corona Zeiten

Vorteile und Herausforderungen von Blended Learning

Mit Blended Learning sind für Lehrkräfte und Lernende zahlreiche Vorteile, aber auch einige Herausforderungen verbunden. 

Vorteile 

  • Flexibel in Zeit und Ort

Blended Learning ermöglicht maximale Flexibilität im Hinblick auf den Zeitpunkt und den Ort des Lernens. Beispielsweise können die Lernenden sich mit dem Lernstoff auch zu Hause oder auf dem Arbeitsweg beschäftigen, indem sie Mobilgeräte wie Smartphones oder Tablets nutzen. In der Corona-Krise entfaltet Blended Learning weitere Stärken: Mit entsprechend gestalteten Weiterbildungsmaßnahmen erreichen Unternehmen auf unkomplizierte Art und Weise Mitarbeitende, die vorerst im Homeoffice tätig sind. Auch viele Lerninhalte, die für die Bewältigung der Krise dringend nötig sind, lassen sich auf digitalem Wege schnell und effizient vermitteln. 

  • Kostengünstig

Blended Learning ermöglicht es, Mitarbeitenden anspruchsvolle Weiterbildungsinhalte zu geringen Kosten anzubieten. Reise- und Übernachtungskosten sowie Aufwendungen für physische Lernorte spielen dabei keine oder nur eine sehr geringe Rolle. Zudem lässt sich das digitale Lernen gut mit regulären Arbeitsabläufen verbinden, sodass durch die Weiterbildung kaum Ausfallzeiten entstehen. 

  • Unkomplizierte Nutzung

Moderne digitale Lernplattformen lassen sich unkompliziert und intuitiv bedienen. Hoher technischer Aufwand oder spezielle Kenntnisse sind für ihre Nutzung nicht erforderlich. Digitale Lernmittel – Videos, interaktive Anwendungen, Multimedia und Social Media – kommen außerdem den Medienpräferenzen jüngerer Mitarbeitender besonders entgegen. 

  • Personalisiertes Lernen

Blended Learning lässt sich in hohem Maße personalisieren. Beispielsweise können digitale Lerntools an die persönliche Lerngeschwindigkeit angepasst werden, während Tutorials am aktuellen Wissensstand der Lernenden ansetzen. 

  • Verbesserung der Medienkompetenz

Blended Learning fördert die Medienkompetenz von Mitarbeitenden, die digitale Medien bisher eher selten nutzen. Ein gutes Beispiel hierfür sind unsere eigenen Kunden. Wir haben oft erlebt, dass Mitarbeitende durch die Verwendung der Babbel-App offener dafür werden, auch andere digitale Tools für Arbeitszwecke einzusetzen, und in der Folge souveräner mit digitalen Instrumenten umgehen.

 

Herausforderungen 

  • Weniger Interaktion mit anderen Lernenden

Vom Grundsatz her sind die Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Lernenden bei Blended Learning im Vergleich zu analogen Lernformen geringer. Kompensieren lässt sich dieser Punkt – auch und gerade in Zeiten von Corona – durch ein gut strukturiertes Rahmenprogramm. Auch in der digitalen Welt lassen sich Lerntreffs, Wettbewerbe innerhalb des Kurses oder gemeinsame Language Lunches für den informellen Austausch der Lernenden organisieren.

  • Selbstdisziplin

Blended Learning ist immer auch selbstbestimmtes Lernen, was von den Lernenden ein vergleichsweise hohes Maß an Selbstdisziplin erfordert. Ein guter Lernplan und eine Kalender-App zur Erinnerung an Aufgaben und Termine helfen dabei, den Lernprozess zu strukturieren. 

  • Technologische Grundkenntnisse

Zwar sind technologische Grundkenntnisse für das digitale Lernen unabdingbar – jedoch ist damit neben Herausforderungen für die Unternehmen und ihre Mitarbeitenden auch eine große Chance verbunden. Die Mitarbeitenden werden so an digitale Tools herangeführt. In Zeiten von Corona ist dies nicht optional, sondern für das Arbeiten von zu Hause ein absolutes Muss. Zudem ist davon auszugehen, dass auch nach der Pandemie Homeoffice-Lösungen in vielen Firmen einen deutlich höheren Stellenwert besitzen werden als bisher. 

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5 Schritte für den erfolgreichen Einsatz von Blended Learning in Unternehmen

Die folgenden 5 Schritte ermöglichen es, Blended Learning erfolgreich im Unternehmen einzuführen und die Mitarbeitenden davon zu überzeugen, dass digitales Lernen attraktiv ist: 

  1. Bedürfnisse identifizieren

Blended-Learning-Angebote müssen auf die Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Mitarbeitenden zugeschnitten sein. Akzeptanz finden sie vor allem dann, wenn sie einen Beitrag dazu leisten, dass die Firma ihre Geschäftsziele und die Mitarbeitenden ihre Weiterbildungsziele bestmöglich erreichen.  

  1. Flexibilität zulassen und ausprobieren – jeder lernt anders

Flexibilität ist einer der zentralen Vorteile von Blended Learning. Unternehmen sollten diese Möglichkeiten aktiv nutzen und hier auch Neues ausprobieren. Den individuellen Lernzielen und dem Lernrhythmus ihrer Mitarbeitenden können sie hiermit weit entgegenkommen. 

  1. Einbindung der Lernenden

Bei der Ausgestaltung von Blended Learning sollte der Fokus auf den Lernenden liegen. Optimal ist, wenn die Mitarbeitenden in die Planung entsprechender Weiterbildungsmaßnahmen einbezogen werden und wissen, dass es sich dabei um eine Unternehmensleistung handelt, von der sie in mehr als einer Hinsicht profitieren. Die Mitarbeitenden sollten die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen kennen, sich über ihre eigenen Lernziele im Klaren sein und einen aktiven Beitrag zur Entwicklung der Lerninhalte leisten können. 

  1. Führungskräfte involvieren
Ohne Unterstützung durch das Management der Firma wird es kaum möglich sein, Blended Learning nachhaltig im Unternehmen zu etablieren. Führungskräfte sollten Blended Learning und damit verbundene Weiterbildungsziele befürworten. Das Lernen sollte in die Zielvereinbarungen der Mitarbeitenden mit aufgenommen werden, um deren Lernziele nicht aus dem Blick zu verlieren und regelmäßiges Feedback einzuholen, wie entsprechende Lernangebote im Unternehmen angenommen werden. 
  1. Offenheit für Fehler und Veränderungen

Gerade, wenn digitale Lernformen für ein Unternehmen neu sind, werden daraus auch bisher unbekannte Herausforderungen und neuartige Probleme resultieren. Das digitale Lernen ist deshalb vom Grundsatz her nicht falsch – sehr wahrscheinlich war bisher lediglich der Umgang mit dieser Lernform nicht ganz passend. Lösungen finden sich, indem die Verantwortlichen einen kühlen Kopf bewahren und das Feedback der Mitarbeitenden für die Verbesserung der Angebote nutzen. Das Ziel besteht nicht darin, einige punktuelle Lern-Events zu organisieren, sondern für das Unternehmen eine nachhaltige und maßgeschneiderte Blended-Learning-Strategie zu schaffen. Anpassungen und Veränderungen sind hierfür unabdingbar. 

Blended Learning – eine Methode mit Zukunft

Im Zeitalter von Digitalisierung und Homeoffice ist es – derzeit besonders bedingt durch Corona – wichtiger denn je, dass Unternehmen sich auch beim Thema Weiterbildung für digitale Möglichkeiten öffnen. Blended Learning ist in diesem Kontext kein notwendiges Übel, sondern eine Chance für positive Veränderungen. Zwar geschehen diese selten ganz ohne Probleme und Reibungsflächen, aber wenn potenzielle Herausforderungen in der Anfangsphase gezielt und lösungsorientiert überwunden werden, eröffnen sich bisher ungeahnte Vorteile und Chancen für den Erfolg von Unternehmen.

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Foto von Sandro Köpke, Digital Learning Spezialist und Autor bei Babbel für Unternehmen

Sandro Köpke, Key Account Manager B2B

 

Für Sandro steht stetige Weiterbildung im Fokus – beruflich sowie privat. Sprachenlernen spielt dabei für ihn eine besonders wichtige Rolle, denn internationale Kommunikation bedeutet Offenheit und Wachstumspotenzial.

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