7 Tipps zur Weiterbildung im Homeoffice: Verlernen Sie das Lernen nicht!

von JOACHIM HAUPT
7 Tipps zur Weiterbildung im Homeoffice: Verlernen Sie das Lernen nicht!

Wahrscheinlich haben auf der ganzen Welt noch nie so viele Menschen gleichzeitig im Homeoffice gearbeitet wie in den letzten Tagen. Was noch vor kurzer Zeit undenkbar war, wird durch die Corona-Krise von heute auf morgen Realität. Auf dem Küchentisch wird notdürftig Platz für den Laptop gemacht, Meetings werden per Videokonferenz abgehalten, das Mittagessen kommt aus dem eigenen Kühlschrank statt aus der Kantine.

Wir alle haben während der letzten Arbeitstage unsere ganz eigenen Erfahrungen gemacht – und die sind wahrscheinlich sehr unterschiedlich. Manche mussten erst einmal Absprachen mit ihren Partnern und Kindern treffen, wem wann welcher Platz in der gemeinsamen Wohnung gehört. Andere können vielleicht schon jetzt bestätigen, was oft vermutet wurde: dass man im Homeoffice, trotz vieler potenzieller Ablenkungen, womöglich sogar mehr und intensiver arbeitet als im Büro. Ganz sicher ist jedoch: Für alle, die bisher nicht regelmäßig im Homeoffice gearbeitet haben, werden die kommenden Wochen zur Herausforderung. Denn machen wir uns nichts vor, nach einer schnellen Rückkehr ins Büro sieht es gerade nicht aus.

Angesichts dieser schwierigen Situation ist es ganz besonders wichtig, dass persönliche Entwicklungsziele nicht auf der Strecke bleiben. Waren Sie gerade dabei, eine neue Sprache zu lernen? Dann sollte die Krise Sie nicht daran hindern, damit weiterzumachen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre persönlichen Lernziele in diesen turbulenten Zeiten nicht aus dem Blick zu verlieren.

1. Machen Sie sich Ihre Ziele noch einmal klar

Sobald die dringendsten Dinge für den neuen Homeoffice-Alltag geregelt sind, können Sie Ihren längerfristigen Zielen jeden Tag wieder etwas mehr Aufmerksamkeit widmen. Was haben Sie sich für dieses Lernjahr vorgenommen? Überprüfen Sie, ob Ihre Lernziele unter den veränderten Bedingungen noch realistisch sind. Nehmen Sie notfalls Anpassungen vor und achten Sie darauf, dass Ihre Ziele dem Smart-Prinzip folgen. Wichtig ist: Halten Sie Ihre Vorsätze schriftlich fest und hängen Sie sie an Ihrem neuen Arbeitsplatz sichtbar auf. 

2. Bewahren Sie gute Gewohnheiten bei oder etablieren Sie neue

Beim Sprachenlernen ist Regelmäßigkeit alles. Doch die Gefahr ist groß, dass mühsam etablierte Lernroutinen von der akuten Krise unterbrochen und womöglich nicht wieder aufgenommen werden. Das muss nicht sein! Hatten Sie am Büro-Arbeitsplatz eine Lernroutine, die gut funktionierte? Überlegen Sie, wie Sie Ihre guten Gewohnheiten auch im Homeoffice aufrechterhalten können. Haben Sie bisher eher sporadisch gelernt? Dann nutzen Sie die Gelegenheit, um eine gute Routine aufzubauen. Wie wäre es mit 15 Minuten Babbel direkt nach der Mittagspause? Starten Sie mit kleinen Schritten, aber bleiben Sie am Ball.

3. Planen Sie Fokuszeiten in Ihren Arbeitsalltag ein

Ihre ersten Tage im Homeoffice waren sicherlich von zahlreichen Updates, kurzfristigen Absprachen und großer Aufregung geprägt. Das ist angesichts der aktuellen Situation unvermeidlich. Versuchen Sie möglichst bald wieder Zeit für fokussiertes Arbeiten in Ihren Arbeitsalltag einzubauen. Besprechen Sie mit Ihrem Team, wann Sie im Homeoffice erreichbar sein müssen und wann Sie Ihre Nachrichtenkanäle auch einmal stumm schalten können. Fest steht: Um gut zu lernen, ist Ruhe und Konzentration nötig. Überlegen Sie außerdem, wann Ihre präferierte Lernzeit ist. Eher abends, wenn alle dringenden Aufgaben abgearbeitet sind? Oder direkt morgens, damit die Lernroutine nicht dem Tagesgeschäft zum Opfer fällt? 

4. Schaffen Sie sich eine schöne Lernumgebung

Auch wenn die Entwicklungen der nächsten Wochen noch nicht absehbar sind, sieht es ganz danach aus, als ob wir alle sehr viel mehr Zeit als üblich in den eigenen vier Wänden verbringen werden. Umso wichtiger ist es, dass wir uns dort wohlfühlen. Wenn möglich, trennen Sie Arbeit und Privates räumlich voneinander. Beispielsweise können Sie den improvisierten Arbeitsplatz am Küchentisch zum Feierabend mit einer Decke abdecken. Sie können versuchen, auch zum Lernen einen eigenen Ort zu etablieren – und sei es nur ein bestimmter Stuhl, auf dem Sie immer sitzen, wenn Sie lernen. Für etwas Abwechslung können Sie Ihr Lernprogramm mit einem Spaziergang im Freien verbinden, etwa mit einem interessanten Podcast in Ihrer Lernsprache. 

5. Lernen Sie gemeinsam mit Kollegen

Haben Sie sich bisher mit anderen getroffen, um gemeinsam zu lernen? Das Sprachenlernen in der Gruppe müssen Sie auch in der häuslichen Isolation nicht aufgeben. Verabreden Sie sich per Videokonferenz mit Ihren Lernpartnern, etablieren Sie Lernpartnerschaften oder ein Sprachtandem mit einem internationalen Kollegen. Fest steht: Gerade jetzt ist es besonders wichtig, dass Sie und Ihre Teammitglieder sich gegenseitig motivieren, um trotz Krise am Ball zu bleiben. Setzen Sie sich gemeinsame Ziele, üben Sie miteinander online und machen Sie das Sprachenlernen zu einem sozialen Ereignis!  

Sprachenlernen per Videokonferenz – Lernpartner

6. Bringen Sie Abwechslung in Ihren Lernalltag

Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, mit einer Sprache voranzukommen. Sollten die eigenen vier Wände allzu langweilig werden, kann zumindest das Sprachenlernen abwechslungsreich gestaltet werden. In den nächsten Wochen brauchen Sie wahrlich kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Sie etwas mehr Zeit auf Netflix und Co. verbringen. Nutzen Sie die Gelegenheit und schauen Sie Ihre Lieblingsserien doch einfach in der Originalsprache und mit Untertiteln. Hilfreiche Lernvideos mit vielen Tipps für unterschiedliche Lernsprachen finden Sie hier. Sie lesen lieber Texte? Dann schauen Sie bei unserem mehrsprachigen Babbel-Magazin vorbei. Für Mitarbeitende von Unternehmen, die Babbel Live nutzen, gibt es außerdem die Möglichkeit, die Lernsprache gemeinsam mit einer professionellen Lehrkraft zu perfektionieren.

7. Erinnern Sie sich, warum Sie mit dem Lernen angefangen haben

Die wichtigste Motivation beim Sprachenlernen ist, dass es einen guten Grund dafür gibt. Der kann beruflicher oder rein privater Natur sein. Egal, was Sie persönlich antreibt: Wie wäre es, wenn Sie die erzwungene Zeit im Homeoffice ganz bewusst so gestalten, dass Sie beim Lernen Ihrer Traumsprache einen gewaltigen Schritt vorankommen? Denken Sie an die Zeit nach der Krise, an das Wiedersehen mit den Kollegen und Freunden, an den ersten Urlaub nach Corona. Wie schön wäre es, wenn Sie dann eine neue Sprache sprechen?

 

Sprachlern-Guide
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Joachim HauptKommunikationsforscher

Als Berater, Dozent und Forscher widmet sich Joachim aktuellen Herausforderungen der strategischen Organisationskommunikation. Besonders interessiert ihn, wie Menschen und Organisationen voneinander lernen können – und die besondere Rolle, die Kommunikation dabei spielt.

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